Leitbild

Wir sind Teil einer globalen Gemeinschaft

… doch die Kluft zwischen Arm und Reich scheint unüberwindlich groß. Die Industrienationen verbrauchen einen Großteil der Ressourcen, die die Schöpfung für uns alle vorgesehen hat. Der Energiehunger dieser Nationen treibt die ärmeren Länder immer tiefer in Armut und Krise. Extremismus, Terrorismus und Bürgerkriege sind die Folgen. Wir müssen uns deshalb fragen, ob unsere Gesellschaft die richtige Ordnung hat, wenn sie nur den wirtschaftlichen Vorteil sucht.

Wir verdanken unseren Wohlstand den Menschen aus den ärmeren Ländern dieser Erde. Sie stellen uns ihre Bodenschätze zur Verfügung. Gerechter Handel ist eine Möglichkeit, diesen Menschen etwas zurückzugeben — und das Mindeste, was wir tun können.

Der Preis bestimmt die Nachfrage

Die Werbung versucht uns täglich zu vermitteln, dass ein Produkt mit dem niedrigsten Preis auch das beste Angebot darstelle. Kleinbäuerliche Familien, Handwerker und Plantagenarbeiter in Afrika, Lateinamerika oder Asien können mit solchen Dumpingpreisen nicht konkurrieren und bleiben auf der Strecke.

Schon ein geringer Mehrpreis ermöglicht es den Produzent/innen, unter menschenwürdigen Bedingungen ihren Lebensunterhalt zu verdienen, Geld in die Entwicklung ihres Dorfes, in Frauen-, Gesundheits- und Schulprojekte zu investieren, Kleinkredite zu erhalten, das Transportwesen und die Vermarktung in die eigene Hand zu nehmen.

Handel bedeutet Partnerschaft

Gerechter Handel ermöglicht den Armen einen besseren Zugang zu Verkaufsmöglichkeiten und Gewinnen. Gerechter Handel fördert die Verbesserung von Arbeits- und Lebenssituationen sowie den nachhaltigen Schutz der natürlichen Ressourcen und der Umwelt. Eine faire Preispolitik, die sich oberhalb der Weltmarktpreise des jeweiligen Produkts bewegt, und längerfristige Abnahmegarantien sichern die Existenz der selbstständigen Kleinerzeuger.

Fairer Handel bedeutet handeln, um die Ursachen für Armut zu beseitigen. Das heißt, dass wir uns unserer Rolle als Konsumenten in einer globalen Gemeinschaft bewusst werden. Strukturen, die Politik und multinationale Konzerne nicht ändern wollen, können wir als Käufer dennoch beeinflussen, indem wir bewusst einkaufen.

Nach Gott fragen

Mit dem Begriff „Gerechtigkeit“ beschreibt die hebräische Bibel die Beziehung Gottes zu seiner Schöpfung. Gerecht sollen deshalb auch die Beziehungen der Geschöpfe untereinander sein. Darum haben die Propheten ungerechtes Verhalten der Mächtigen angeprangert und Gerechtigkeit für Benachteiligte gefordert. Jesus hat vorgelebt, wie sich da, wo Menschen nach Gott fragen, Gerechtigkeit ausbreitet. Die praktische Konsequenz dieser Gerechtigkeit ist Nächstenliebe. In den weltweiten wirtschaftlichen Zusammenhängen unserer Zeit gilt die Nächstenliebe auch den Mitmenschen in fernen Ländern, die für uns Lebensmittel, Sportartikel und andere Waren produzieren. Das Vorbild Jesu nimmt uns in die Verantwortung, durch einen Beitrag zu mehr Gerechtigkeit das Wirken Gottes sichtbar werden zu lassen.